Das Anlaufbauwerk mit Aussichtskapsel
Anlaufbauwerk
© Thomas Lenk

Das Anlaufbauwerk mit Aussichtskapsel

Der Entwurf zeigt eine Schanze von bemerkenswerter Leichtigkeit und funktionaler Ordnung. Sie erreicht eine maximale Architekturaussage. Hinsichtlich Material, Erscheinungsbild und Kosten ermöglichte der Entwurf differenzierte Entscheidungen. Dafür wurde die Schanze in Konstruktionsgruppen und Elemente zerlegt. Diese Gruppen konnten einzeln betrachtet und optimiert werden. Immer leichtere Materialien in der Skiindustrie haben ebenfalls im Skisprung große Veränderungen hervorgebracht. Genau diese Innovation in den Bau von Sprungschanzen einfließen zu lassen, war Entwurfsansatz.
Es ist eine technisch innovative Schanze gebaut worden, die für Training und Wettkampf optimal funktioniert und nicht zuletzt ein neues Symbol für das Vogtland darstellt.
 
Die „fliegende“ Aussichtskapsel
Die Kapsel dient den Sportlern als Aufwärmraum
© Thomas Lenk

Die „fliegende“ Aussichtskapsel

Eine „fliegende“ Kapsel in 35 m Höhe leuchtet bei Nacht wie ein Luftschiff über dem Vogtland! Sie ist der Wärmeraum für die Athleten während des Wettkampfes und wird ganzjährig für Gäste als Aussichtspunkt begehbar sein. Die gesamte Konstruktion ist eine Stahlleichtbauweise. Die Hauptstütze, als räumliches Fachwerk ausgebildet, trägt alles. Sie stützt die Kapsel und mit einer auskragenden Brücke die Anlaufbahn, sie hält die Treppe und führt den Aufzug. Die Anlaufbahn selbst wird stützenfrei als unterspannter Träger ausgeführt.
Die Kapsel wurde als eine Aluminium Sandwichkonstruktion ähnlich einer Flugzeugkabine konstruiert. Die Stirnseiten sind verglast und erlauben den großzügigen Ausblick ins Vogtland. Die 9 m auskragende Kapsel wird mittels Stahlseilen nach hinten über die Treppe abgespannt. Treppe und Kapsel bilden ein statisches Gleichgewicht und reduzieren so den Materialaufwand.
 
Kampfrichterturm
Sprungrichterturm
© Thomas Lenk

Kampfrichterturm

Der Sprungrichterturm ist nach dem Anlaufbauwerk das markanteste Bauwerk einer Schanzenanlage. Nach Vorgaben durch die FIS wurden Funktion und Lage horizontal und vertikal klar definiert. Die Höhe der einzelnen Sprungrichterkabinen ist jeweils 69 cm versetzt und der Abstand zur Flugkurve des Skispringers fix vorgegeben, damit die Sicht der Kampfrichter für die Bewertung gleich ist. Innerhalb dieses Gebäudes werden Räume für Rennleitung, Weitenmessung, Trainer und VIP Gäste in Form von Besprechungs- und Büroräumen eingerichtet.

Der Sprungrichterturm ist Bindeglied zwischen Zuschauertribünen und Anlaufbauwerk und somit wichtiger Bestandteil dieses geschlossenen architektonischen Ensembles. Der Entwurf zeigt einen kompakten länglichen Körper, der scheinbar über dem Hang schwebt und sich der Schanze zuwendet. In Formensprache und Materialität korrespondiert die Röhre mit der fliegenden Kapsel am Anlaufbauwerk. Stützen heben den Baukörper aus der Landschaft und zelebrieren somit die Leichtigkeit und Dynamik des Skispringens. Gleichzeitig bietet sich somit Kampfrichtern und Gästen ein optimaler Blick auf den Athleten.