Noch 11 Tage: Skispringer mit zehntem Weltcup in Klingenthal
Weltcupstimmung in Klingenthal. In 11 Tagen ist es wieder soweit.
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Noch 11 Tage: Skispringer mit zehntem Weltcup in Klingenthal

Klingenthal. In genau 11 Tagen beginnt der FIS Skisprung Weltcup in Klingenthal. Vom 2. bis 4. Dezember kämpfen die besten Skispringer der Welt in der Sparkasse Vogtland Arena um Siege und Weltcuppunkte – und das bereits zum zehnten Mal.

Grund genug, auf die bisherigen Weltcupentscheidungen vor weit mehr als 100.000 Zuschauern im Vogtland zurück zu blicken.

7. Februar 2007:

Weltcup in 10 Tagen – wir machen es möglich. Das war das Klingenthaler Motto, nachdem Ende Januar 2007 völlig überraschend ein Skisprung-Weltcup ins Vogtland vergeben wurde. Ironischerweise war es ausgerechnet das Wetter, das Klingenthal diese Premiere bescherte. Etliche Wettbewerbe waren im Saisonverlauf den milden Temperaturen zum Opfer gefallen, so auch die geplanten Konkurrenzen im tschechischen Harrachov. Klingenthal sprang ein, organisierte in Rekordzeit das Spektakel unter tschechischer Flagge. 20.000 Zuschauer waren schließlich am Mittwochabend dabei, erlebten im dichten Schneetreiben den Sieg von Gregor Schlierenzauer. Für den Österreicher der Beginn einer Siegesserie. Bei Weltcups und Sommer Grand Prix bleibt er in Klingenthal fünfmal in Folge ungeschlagen.

11. Februar 2009:

Mit der Premiere der FIS Team Tour erlebte Klingenthal den ersten Skisprung-Weltcup unter deutscher Flagge. Erneut war es Mittwochabend – und erneut war Gregor Schlierenzauer nicht zu schlagen. Es war der bis heute letzte Sieg des Ehrenmitgliedes des VSC Klingenthal in der Sparkasse Vogtland Arena.

3. Februar 2010:

Generalprobe für die Olympischen Winterspiele von Vancouver und zweite Auflage der FIS Team Tour. Zwischen Auftakt in Willingen und Finale in Oberstdorf durften die Fans im Vogtland einen Blick in die Glaskugel erhaschen. Denn exakt die gleiche Reihenfolge wie in Klingenthal – Simon Ammann vor Adam Malysz und Gregor Schlierenzauer – stand auch bei beiden olympischen Einzelkonkurrenzen in Kanada zu Buche.

2. Februar 2011:

Auf dem Weg zum Weltmeistertitel und Doppelolympiagold machte der Pole Kamil Stoch auch in Klingenthal Station. Im Jugendalter zunächst als Rekordhalter auf der Vogtlandschanze – Jahre später dann mit drei Siegen in Folge in der „großen“ Sparkasse Vogtland Arena.

Noch bemerkenswerter aber war der Auftritt von Michael Uhrmann. Im ersten Durchgang flog er mit „dem besten Sprung meiner Karriere“ auf die Schanzenrekordweite von 146,5 Meter, lag deutlich in Führung. Im Finale folgte der Absturz auf Platz 13.

15. Februar 2012:

Die beiden wohl bittersten Tage der Klingenthaler Weltcupgeschichte folgten 2012. Sturmböen machten den Wettbewerb unmöglich. Auch der für den Folgetag angedachte Nachholtermin scheiterte am Sturm.

13. Februar 2013:

Die bislang letzte Auflage der FIS Team Tour förderte einen Überraschungssieger zu Tage: Jaka Hvala. Im hochtalentierten slowenischen Team ist Hvala heute eher ein Außenseiter. Im Februar 2013 war er ganz oben, gewann vor dem Japaner Taku Takeuchi und Gregor Schlierenzauer. Bester Deutscher war damals übrigens Michael Neumayer auf Platz 12.

23./24.11.2013

Das erste Weltcup-Opening in Klingenthal. Gesprungen wurde auf Schnee aus dem Vorwinter, der über Monate unter Folie und Sägespänen eingelagert wurde. Nach dem Sieg der slowenischen Mannschaft zum Auftakt sorgten im Einzelwettbewerb Gregor Schlierenzauer und Anders Bardal für ein Novum. Beide verzichteten wegen aus ihrer Sicht widriger Bedingungen auf ihren Sprung. Nutznießer war der Pole Krzysztof Biegun, der zu seinem ersten und bislang einzigen Weltcupsieg kam. Andreas Wellinger sorgte als Zweiter für Jubel bei den deutschen Fans.

22./23.11.2014

Diesmal brachte finnische Hilfe den Schnee ins Vogtland. Eine skandinavische Schneemaschine, die auch bei Plusgraden Schnee produzieren kann, sorgte für den Schanzenbelag. Das deutsche Quartett, mittlerweile Teamolympiasieger, holte sich den Auftaktsieg. Im Einzelwettbewerb erlebten die Fans dank Roman Koudelka einen weiteren Premierensieg. Andreas Wellinger sicherte sich als Dritter abermals einen Podestplatz im Vogtland.

21./22.11.2015

Das vorerst letzte Weltcup-Opening im Vogtland. Und das wettertechnisch dramatischste. Die „Snowfactory“ lief auf Hochtouren, um den frühlingshaften Temperaturen zu trotzen. Am Tag vor dem Weltcup setzte Dauerregen ein. Ein Dutzend LKW-Ladungen Schnee und Nachtfrost retteten die Wettbewerbe schließlich. Im Team stand abermals Deutschland auf dem obersten Treppchen. Im Einzel gab es eine weitere Siegpremiere. Daniel-Andre Tande durfte feiern und setzte das erste norwegische Ausrufezeichen der Saison.

Zum Schluss noch ein nicht ganz ernst gemeinter Ausblick auf den diesjährigen Weltcup:

3./4.12.2016

Gregor Schlierenzauer feiert bei seinem überraschenden Blitzcomeback seinen ersten Sieg in Klingenthal seit 2009. Auf Platz zwei muss sich Simon Ammann nach neuem Schanzenrekord von 155,0 Metern und zwei verpatzten Landungen nur hauchdünn geschlagen geben. Rang drei geht an Davide Bresadola unter dem neuen italienischen Coacho Lukasz Kruczek. Auf den Plätzen vier bis zehn strahlen die deutschen Adler.